In seiner Heimatstadt Kidal wurde der Tuareg-Musiker Ahmed Ag Kaedi bedroht, seine Instrumente wurden zerstört und verbrannt. Er musste fliehen und lebt im Exil in Bamako. © Konrad Waldmann,

Mali Blues

Preisgekrönte Dokumentation über die verbindende Kraft der Musik
Der deutsche Filmemacher Lutz Gregor spürt der reichen Musikkultur Malis nach, die zunehmend von Dschihadisten bedroht wird.

Mali Blues – Programmhinweis auf Arte
Mali Blues - Fatoumata Diawara © Phil Sharp
Mali Blues - Ahmed Ag Kaedi
Mali Blues - Bassekou Kouyaté
Mali Blues – Master Soumi
Im Film werden diese vier Musiker aus Mali porträtiert

 

Wenn man auf Mali zu sprechen kommt, handelt es heutzutage zumeist um den seit 2012 andauernden bewaffneten Konflikt im Norden des Landes.
 
Der Bürgerkrieg, bei dem auch islamistische Terrorgruppierungen mitmischen, wirft einen langen Schatten auf das Land und seine reiche Kultur im Herzen Westafrikas.
 

Mali und Musik sind untrennbar miteinander verbunden

Die Geschichte des Landes ist geprägt durch den jahrhundertelang florierenden Transsaharahandel. Speziell in Musik und Tanz entwickelte sich dadurch eine ganz eigenständige Identität. Mali wird oft als Wiege des Blues und Jazz bezeichnet. Es heißt, Sklaven hätten ihre heimischen Rhythmen und Klänge einst von dort auf die Baumwollfelder Nordamerikas mitgebracht.
 
In Mali ist die Musik bis heute fester Bestanteil der kulturellen Identität des Landes. Musiker genießen eine hohe Stellung in der Gesellschaft.
 

Eine musikalische Entdeckungsreise

Der 2015 gedrehte Film porträtiert vier malische Musiker, die sich mit ihrer Musik für Frieden. Toleranz und religiöse Freiheit einsetzen. Für islamische Fanatiker gilt die Musik hingegen als Sünde. Mit ihren Drohungen versuchen sie die Musiker Malis zum Schweigen zu bringen.
 
Die Songwriterin und Sängerin Fatoumata Diawara gilt als internationaler Shooting-Star der Global-Pop-Szene. Als junges Mädchen ist sie aus Mali geflüchtet, um einer arrangierten Heirat zu entgehen.

 


Gib mir Toleranz, damit ich sie meinen Freunden weitergeben kann.”
Fatoumata Diawara
Malische Singer-Songwriterin und Schauspielerin

 
 

Im Ausland gelang ihr dann der große Durchbruch als Sängerin. Als der Norden Malis von radikalen Islamisten heimgesucht wurde, entschied sie sich, wieder für ihr Heimatland aktiv zu werden.
 

Afrikanischer Hip-Hop meets Jimi Hendrix

Der Tuareg-Musiker Ahmed Ag Kaedi ist 2012 aus seiner Heimatstadt in der nördlichen Wüste Malis vor dem islamistischen Terror geflüchtet. Er lebt nun in der Hauptstadt Bamako, 1.500 Kilometer entfernt von seiner Familie und der Wüste, und kämpft mit der Einsamkeit. In seiner Musik verarbeitet er die Sehnsucht nach dem Leben, das ihm die Dschihadisten genommen haben.
 
Auch Ngoni-Virtuose Bassekou Kouyaté und der Rapper Master Soumy beschäftigen sich in ihrer Musik mit dem anhaltenden politischen und religiösen Konflikt im Norden Malis.
 

Preisgekrönte Dokumentation über die verbindende Kraft der Musik

Mali Blues ist ein bunter Musikfilm und ein weit offenes Fenster in die lebendige und überreiche Kultur Afrikas. Ein Film, der sich den zahllosen Schreckensmeldungen widersetzt und ein ganz anderes und positives Bild von Afrika und seinen Menschen zeichnet.
 
In Mali Blues setzt die Musik ein starkes Ausrufezeichen für Hoffnung und Zuversicht. Das wirkt garantiert ansteckend auch weit über die Grenzen Afrikas hinaus!
 
Die vom ZDF produzierte und vielfach preisgekrönte Dokumentation von Lutz Gregor ist nach der Ausstrahlung am 22. Juli eine Woche lang in der Arte-Mediathek verfügbar. Die im Kino gezeigte 90-minütige Langfassung ist im Fachhandel auf DVD erhältlich.
 
 
 
Bildnachweis: © Arte/Konrad Waldmann; Lutz Gregor; Phil Sharp; John Bosch