Das 33m hohe Atrium des Zeitz MOCAA in Kapstadt hat das Sakrale einer Kathedrale, gleichzeitig spendet es die Geborgenheit einer Bienenwabe. © Hufton+Crow

Afrikas neue Museen

Von der Fachwelt bekommt die aufstrebende afrikanische Kunstszene längst die Aufmerksamkeit, die ihr gebührt.
Afrikas neue Museen laden nun auch das breite Publikum dazu ein, die zeitgenössische Kunst und Avantgarde Afrikas vor Ort abzufeiern.

Afrikas neue Museen - Aufbruch in Kapstadt – Programmhinweis auf Arte
Afrikas neue Museen - Aufbruch in Kapstadt. Koyo Kouoh ist Museumsdirektorin und Chefkuratorin des Zeitz MOCAA in Kapstadt © Mikhailia Petersen
Afrikas neue Museen - Aufbruch in Kapstadt. Das 33m hohe Atrium des Zeitz MOCAA in Kapstadt hat das Sakrale einer Kathedrale, gleichzeitig spendet es die Geborgenheit einer Bienenwabe. © Hufton+Crow
Afrikas neue Museen - Aufbruch in Kapstadt. In seinen Werken setzt sich der Künstler Johannes Phokela kritisch mit westlich-klassischen Symbolen der Kunstgeschichte auseinander © Anthony Pockroy
Koyo Kouhi, Museumsdirektorin und Chefkuratorin des Zeitz MOCAA – Johannes Phokela, südafrikanischer Maler und Bildhauer

 

Schon von weitem glitzert die unkonventionelle Fassade des Zeitz MOCAA in der Morgensonne. Der rund 65 Meter hohe, ehemalige Getreidespeicher ist kaum zu übersehen.
 
Die aufgereihten Silos wirken mit ihren blau schimmernden, prismatisch gegliederten Fensterblasen wie ein Konglomerat aus übereinander geschlichteten, monströsen Diamanten. Dieser aus Stahl, Beton und Glas gebaute Edelstein ist eines von Afrikas neuen Museen.
 
Das einst höchste Gebäude Südafrikas wurde durch den Umbau des Londoner Architekturbüros Heatherwick Studio zum absoluten Hingucker.
 

Eine der spektakulärsten Architekturen der Gegenwart

Die Architektur des Gebäudes an Kapstadts Waterfront strahlt von außen aus, wofür das Museum inhaltlich steht: das neue afrikanische Selbstbewusstsein.
 
Gerade fünf Jahre alt ist das Zeitz Museum of Contemporary Art Africa (MOCAA). Es ist das größte und bedeutendste Museum für zeitgenössische Kunst Afrikas. Und natürlich sollte das in Afrika stehen.
 

>>Lesen Sie hier, wie man im Zeitz MOCAA am besten den dramatischen Innenraum erlebt.

 

Globalisierung und Digitalisierung verändern die internationale Kulturlandschaft tiefgreifend. Viele Länder Afrikas erleben gerade einen tiefgreifenden kulturellen Aufschwung. Dieser wird beflügelt durch die Rückgabe wichtiger Kunstwerke, die einst von den Kolonialmächten geraubt wurden. Dazu lockt die boomende zeitgenössische Kunstszene private Investoren an. Neue Museen entstehen, ältere erfinden sich neu.
 

Symbol des neuen Afrikas

Die dritte Folge der dreiteiligen Dokumentationsreihe widmet sich dem Zeitz MOCAA in Kapstadt. Auf über 6.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche erhalten afrikanische Künstlerinnen und Künstler hier eine eigenständige Plattform von Weltrang. Welche Visionen verfolgen die Kuratorinnen und Kuratoren? Was haben die Künstlerinnen und Künstler der Welt zu sagen?
 
In Bezug auf die Ausstellungen kommuniziert das Zeitz MOCAA das klar definierte Ziel, den noch unbekannten und aufstrebenden Künstlern Afrikas eine Bühne zu bieten. Natürlich locken auch hier die großen Namen von etablierten afrikanischen Künstlern, wie aktuell die Schau von des madagassischen Künstlers Joël Andrianomearisoa.
 

Do it your way

Jedenfalls wurde das Zeitz MOCAA schon vor seiner Eröffnung 2017 als neues Kunst-Mekka gepriesen und mit dem MoMA in New York, dem Centre Georges-Pompidou in Paris oder dem Guggenheim-Museum in Bilbao verglichen.
 
Doch das Museum ist mehr als ein Prestigeobjekt und ist auch gar nicht wirklich daran interessiert, sich mit amerikanischen oder europäischen Institutionen zu messen. Vielmehr geht es um Afrikas Perspektiven auf den Kontinent und die Welt. Die Afrikaner haben entschieden, dass sie dabei ihren eigenen Weg gehen wollen.
 

Unser Afrika-Filmtipp des Monats

Afrika gehört die Zukunft. Mit der dreiteiligen Dokumentationsreihe von Katrin Hensel-Ovenden erhält nun auch die dynamische Kunstszene Afrikas mediale Aufmerksamkeit. Die Dokumentation ist eine Koproduktion von NDR, SR und RBB und läuft auf Arte als Erstausstrahlung. Prädikat sehenswert. Fahren Sie danach am besten gleich selbst hin. Das Zeitz MOCAA ist allein schon die Reise wert, Südafrika sowieso.
 
 

Get Into It

Von Europa aus bestehen zahlreiche etablierte Flugverbindungen nach Südafrika, nahezu alle großen Carrier haben das beliebte Reiseland im Programm. Johannesburg JNB ist der wichtigste Hub. Allerdings gibt es auch attraktive Nonstopp-Verbindungen nach Kapstadt CPT.
 
Die deutsche Lufthansa bedient Kapstadt CPT direkt ab Frankfurt FRA und München MUC mit einer Flugdauer zwischen 11:20 und 11:45 Stunden. Mit Edelweiss besteht eine weitere direkte Star Alliance-Verbindung ab Zürich ZRH, Flugdauer 11:20 Std. Die niederländische KLM fliegt ab Amsterdam AMS in 11:30 Std. Virgin Atlantic und British Airways fliegen ab London LHR, letztere sogar zweimal täglich. Die Flugdauer beträgt zwischen 11:40 und 12:10 Std.
 
 
 
Bildnachweis: © Arte TV, Anthony Pockroy, Mikhailia Petersen, Kendall-Leigh Nash, Zeitz MOCAA, Hufton+Crow