Olimba, Königin der Leoparden - Jungtier Makumbi betrachtet sehnsüchtig den Riss seiner Mutter © Into Nature Productions/Will Steenkamp

Olimba, Königin der Leoparden

Als Meister der Tarnung sind Leoparden für den Menschen zumeist unsichtbar.
Entsprechend ambitioniert ist das Unterfangen, einen Film über Leoparden in freier Wildbahn zu drehen.

Olimba, Königin der Leoparden – Programmhinweis auf Arte
Olimba, Königin der Leoparden - Der junge Makumbi versucht, im Sprung einen fliegenden Storch zu fangen © Into Nature Productions/Will Steenkamp
Olimba, Königin der Leoparden - Die kleine Leopardenfamilie in trügerischer Harmonie: Leopardin Olimba und ihr Junges Makumbi © Into Nature Productions/Will Steenkamp
Panthera Pardus – Ein Meister der Tarnung

 

Bei Ihrer Arbeit benötigen Tierfilmer extrem viel Geduld. Daher dauert es oft mehrere Jahre, bis genügend verwertbares Filmmaterial zusammengekommen ist, um daraus einen guten Film machen zu können.
 
Einer scheuen Großkatze zu folgen, ist eine noch größere Herausforderung als bei vielen anderen Tierarten. Die beiden südafrikanischen Tierfilmer Will und Lianne Steenkamp wussten, dass sie bei diesem Projekt besonders viel Geduld und Zeit benötigen würden.
 

Die Ausdauer hat sich gelohnt

Drei Jahre lang lebten und filmten die Steenkamps an den Ufern des Luangwa River. Der etwa 800 Kilometern lange Fluss fließt größtenteils durch Sambia. Dabei quert er auch den South Luangwa National Park.
 
Tag für Tag folgten sie in einem eigens adaptierten Geländefahrzeug jeder Bewegung eines Leopardenweibchens. Dabei filmten Sie den Tagesablauf des Überlebens dieser Raubkatze aus nächster Nähe. Sie nannten die Leopardin „Olimba“, was in der örtlichen Sprache „Mut und Stärke“ bedeutet.

 


Es war eine unglaubliche Reise und ein absolutes Privileg, so einem Wildtier mehr als drei Jahre lang folgen zu können. In mehr als einem Jahrzehnt der Arbeit mit Großkatzen haben wir noch nie zuvor derart faszinierendes Tierverhalten beobachten und filmen können.“
Will Steenkamp

 
 

Will und Lianne Steenkamp mussten jedoch zunächst erst einmal das Vertrauen der Leopardin gewinnen. Hierdurch wollten sie sicherstellen, dass ihre Anwesenheit keine Verhaltensänderung bewirken würde.
 

 
Erschwerend hinzu kam die Weitläufigkeit von Olimbas Streifgebiet. So wurde das Wiederauffinden der Leopardin jeden Tag aufs Neue zu einer Aufgabe.

 


Aufgrund des schwierigen Terrains war es oft nicht möglich, ihren Spuren zu folgen. Meist fanden wir sie, indem wir genau auf die vielfältigen Geräusche im Busch achteten. Der Alarmruf eines Eichhörnchens beispielsweise oder einer Impala-Herde, die die Leopardin entdeckt hatte, verriet ihr Versteck.“
Will Steenkamp

 
 

Als ausgezeichnete Jägerin nützt Olimba eine weit verzweigte Wasserrinne in ihrem Revier. Sie nutzt das natürliche Versteck zur Jagd auf Impalas und Paviane.
 
Es ist faszinierend zu beobachten, wie die Leopardin aus Ihrem Versteck in der Wasserrinne potentielle Beutetiere attackiert. Da sie die Beutetiere von unten in der Rinne nur hören aber nicht sehen kann, verlässt sie sich beim Angriff weitgehend auf Ihr exzellentes Gehör. Tatsächlich ist sie mit dieser riskanten Strategie immer wieder erfolgreich.
 

 
Während die beiden Naturfilmer sie über drei Jahre begleiten, wird Olimba Mutter von zwei Leopardenbabys. Nun ist es Olimba, die ihre Jungen vor potentiellen Angreifern schützen muss.

 


Obwohl Leoparden äußerst unberechenbar sind, lernten wir mit der Zeit Olimbas Gewohnheiten kennen, zum Beispiel auf welchen Bäumen sie bevorzugt liegt und in welchen Gegenden sie gerne auf Beutezug geht. Und weil wir sie mit jedem Tag besser kennenlernten, konnten wir schließlich ein intimes Bild einer der graziösesten und scheusten Katzen des Planeten, unserer ‚Leopardenkönigin‘, in ihrem natürlichen Umfeld zeichnen.“
Lianne Steenkamp

 
 

Die Dokumentation spürt den Überlebensstrategien der Leopardenfamilie nach. Jagd, Revierkampf und aufopfernde Mutterliebe haben Will und Lianne Steenkamp in märchenhaft schönen wie ebenso dramatischen Bildern festgehalten.
 
Die beiden Naturfilmer hoffen, dass die Geschichte von Olimba das Publikum weltweit aufmerksam machen wird. Reservate wie der South Luangwa Park brauchen alle Unterstützung, die sie nur bekommen können.
 

 

Unser Afrika-Filmtipp des Monats

Mit „Olimba – Königin der Leoparden“ wollen Will und Lianne Steenkamp mehr Bewusstsein für die Bedeutung von Umweltorganisationen schaffen, die Tag für Tag für den Schutz der Natur und der gefährdeten Arten kämpfen. Die Dokumentation ist eine Koproduktion von Kurt Mayer Film und Into Nature Productions, ORF, ARTE und WDR in Zusammenarbeit mit ORF-Enterprise. Prädikat sehenswert.
 

Get Into It

South Luangwa ist der zweitgrößte und bekannteste Nationalpark Sambias und beheimatet einen beachtlichen Wildtierbestand. Mit rund 9.000 Quadratkilometern steht er an 15. Stelle der größten Nationalparks Afrikas.
 
Über den nahe der südlichen Parkgrenze gelegenen Mfuwe Airport ist der Park direkt mit dem Flugzeug erreichbar. Mfuwe MFE wird von Air Malawi und Ulendo Airlink angeflogen. Die sambische Airline Proflight Zambia verbindet Mfuwe MFE mit Lusaka LUN.
 
Von Lusaka LUN aus bestehen gut frequentierte panafrikanische Verbindungen. So beispielsweise nach Johannesburg JNB (Airlink, South African Airways), Nairobi NBO (Kenya Airways), Daressalaam DAR (Air Tanzania) und Addis Abeba ADD (Ethiopian Airlines). Auch die beiden Golfairlines Emirates und Qatar sowie Turkish Airlines fliegen Lusaka von ihren Drehkreuzen aus an.
 
 
 
Bildnachweis: © Into Nature Productions/Will Steenkamp