Erlebnis Erde: Planet ohne Affen - Ein Schimpanse sitzt in einem Käfig im Pata-Zoo in Bangkok. (c) NDR

Erlebnis Erde: Planet ohne Affen

Für jedes Affenbaby, das in Zoos oder als Haustier endet, sterben im Schnitt zehn erwachsene Affen.
Der Reporter Michel Abdollahi macht sich auf die Suche nach den Hintergründen und Hintermännern des illegalen Handels mit Menschenaffen.

Erlebnis Erde: Planet ohne Affen - Programmhinweis
Ein junger Schimpanse, dessen Eltern von Wilderern ermordet wurden.
Ein junger Orang-Utan in Gefangenschaft hält sich mit seiner Hand am Gitter des Käfigs fest.
Jagd auf Menschenaffen

 

Über die weltweit verzweigten Strukturen der organisierten Kriminalität und deren Handel mit Drogen, Waffen oder Elfenbein wird regelmäßig in den Medien berichtet. Zumeist, wenn dem Zoll wieder ein spektakulärer Fang gelungen ist.
 
Hingegen ist wenig über den illegalen Handel mit exotischen Tieren bekannt. Und darunter finden sich auch immer mehr streng geschützte Menschenaffen.
 

Planet Erde bald ohne Affen

Exotische Haustiere wie etwa Papageien und Reptilien sind begehrt und ein boomender Markt. Promis und sogenannte Influencer generieren mit diesen Tieren in den Sozialen Medien viel Aufmerksamkeit und befeuern damit den Trend. Immer wieder posieren sie dort auch mit Babys von Menschenaffen, die sie legal meist gar nicht besitzen dürften.
 
Der deutsch-iranische Performance-Künstler und Journalist Michel Abdollahi folgt in der vom NDR produzierten Investigativ-Doku „Planet ohne Affen“ den Spuren der weltweit agierenden Netzwerke des kriminellen Menschenaffenhandels. Überall auf der Welt stößt Abdollahi dabei auf Affen, die offensichtlich aus illegalem Handel stammen.
 

Herkunft unbekannt

Die Kamera ist dabei, als Abdollahi In einem privaten Zoo auf dem Dach eines Kaufhauses in Thailand einen streng geschützten Bonobo entdeckt.
 
Im Kongo, wo Bonobos noch in Freiheit leben, erhält er am Rande eines Marktes ein illegales Angebot für einen ebensolchen.
 
Und in den USA trifft Abdollahi auf den bekannten Tierguru Doc Antle. Der gerät in ernste Erklärungsnot, als Abdollahi nach der Herkunft seiner Schimpansenbabys fragt.
 
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Auf der Suche nach Antworten

Woher stammen diese Affen? Ist es überhaupt möglich sicherzustellen, dass solche Tiere legal gehandelt werden? Ist das von 183 Ländern ratifizierte Washingtoner Artenschutzabkommen, das den Handel von geschützten Tieren regulieren soll, wirkungslos?
 
„Planet Without Apes“ wurde 2020 auf dem Lone Star Film Festival Forth Worth als bester Dokumentationsfilm ausgezeichnet. Im Januar 2021 folgte eine weitere Auszeichnung als beste internationale Dokumentation auf dem Santa Monica Film Festival.
 
Die preisgekrönte Doku wird nun in der Reihe „Erlebnis Erde“ zur Prime Time im Ersten gezeigt und ist nach der Ausstrahlung drei Monate lang in der ARD-Mediathek verfügbar.
 
 
 
Bildnachweis: © NDR/ Felix Meschede